Schon bald könnten sich die Preise für SSDs wieder beruhigen. Warum der Markt vor einer Wende stehen könnte und ab wann mit günstigeren Preisen zu rechnen ist, erfährst du hier.

Warum SSDs bald günstiger werden könnten
Die Preise für SSDs könnten sich in den kommenden Monaten langsam wieder beruhigen. Der Grund dafür ist allerdings nicht, dass plötzlich riesige Mengen an Speicher produziert werden. Stattdessen rechnen Marktbeobachter damit, dass deutlich weniger Smartphones und Notebooks verkauft werden. Dadurch sinkt auch die Nachfrage an NAND-Flash. Dabei handelt es sich um den Speicher, der unter anderem in SSDs und Smartphones als Universal Flash Storage (UFS) verbaut wird.
Laut dem Marktbeobachter Trendforce könnten die Smartphone-Verkäufe im Jahr 2026 um 15 bis 20 Prozent zurückgehen. Bei Notebooks soll das Minus bei rund zehn Prozent liegen. Der Negativtrend dürfte sich auch 2027 zunächst fortsetzen.
Wann sich die Preise beruhigen könnten
Trotz der schwächeren Nachfrage bleibt der NAND-Flash-Speicher zunächst knapp. Trendforce geht davon aus, dass dem Markt im Jahr 2026 weiterhin rund vier bis fünf Prozent der benötigten Speichermenge fehlen werden. In dieser Prognose ist bereits einkalkuliert, dass viele Verbraucher wegen der hohen Preise seltener zu neuen Geräten greifen.
Erst ab der zweiten Jahreshälfte 2027 soll sich die Situation langsam verbessern. Dann soll wieder genügend NAND-Flash produziert werden, damit Angebot und Nachfrage weitgehend im Gleichgewicht sind. Mit einem drastischen Preisverfall bei SSDs rechnet Trendforce trotzdem nicht. Vielmehr dürften sich die Preise nur langsam nach unten bewegen.
KI-Rechenzentren als Speicherfresser
Währenddessen wächst der Bedarf im Serverbereich rasant weiter. Bereits 2026 sollen Server und KI-Rechenzentren rund 44 Prozent des weltweiten NAND-Flashs verbrauchen. 2027 könnte ihr Anteil erstmals auf mehr als 50 Prozent steigen.
Bei Smartphones, Notebooks und Desktop-PCs sieht die Entwicklung dagegen anders aus. Da weniger Geräte verkauft werden, sinkt ihr Anteil am weltweiten Bedarf an NAND-Flash von gut 39 Prozent im Jahr 2026 auf knapp 35 Prozent im Jahr 2027. Server und KI-Rechenzentren werden damit zum größten Abnehmer der Speicherchips.
China baut kräftig aus
Auch die Hersteller wollen die Produktion von NAND-Flash weiter ausbauen. Samsung, SK Hynix und Micron legen ihren Fokus zwar weiterhin auf Arbeitsspeicher (DRAM), dennoch soll die Fertigung von NAND-Flash durch moderne Produktionstechnologien effizienter werden. Dadurch können mehr Speicherchips hergestellt werden, ohne dass neue Fabriken notwendig sind. Größere zusätzliche Produktionskapazitäten durch neue Halbleiterwerke soll es voraussichtlich erst nach 2028 geben.
In China sieht die Entwicklung etwas anders aus. Dort treiben Hersteller wie Yangtze Memory Technologies (YMTC) den Ausbau ihrer Produktion deutlich stärker voran. Dadurch könnte der chinesische Anteil am globalen Markt für NAND-Speicher von derzeit rund 13 Prozent auf fast 19 Prozent im Jahr 2027 wachsen. Dass dadurch besonders günstige Speicherchips den Markt überschwemmen, soll jedoch eher unwahrscheinlich sein. Stattdessen dürften auch chinesische Hersteller die derzeit hohen Preise für sich nutzen.
Die Aussichten für SSD-Käufer verbessern sich, da die Hersteller mehr NAND-Flash produzieren und die Nachfrage im Endkundenbereich nachlässt. Dadurch könnte sich der Markt ab der zweiten Jahreshälfte 2027 wieder entspannen. Gleichzeitig sorgt der steigende Bedarf von Servern und KI-Rechenzentren dafür, dass Experten zwar mit etwas günstigeren SSDs, aber nicht mit einem starken Preisverfall rechnen. Wie sich die Preise tatsächlich entwickeln, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.
Hinweis in eigener Sache: Ohne euch gäbe es techrush.de nicht. 🙌 Wenn ihr unsere Arbeit unterstützen möchtet, könnt ihr uns mit wenigen Klicks bei Google als bevorzugte Quelle markieren und bei Google News folgen. Jede Unterstützung hilft – hier zeigen wir euch wie das geht.
Quelle: heise

