Chinesische Onlinehändler wie Temu und Shein sorgen in Deutschland für erhebliche wirtschaftliche Verluste. Welche Maßnahmen jetzt diskutiert werden und warum auch der Arbeitsmarkt spürbar betroffen ist, erfährst du hier.

Zwei App-Symbole von Shein und Temu stehen vor mehreren gestapelten Versandkartons. Davor liegen Euro-Banknoten, daneben einige Münzen. Im Hintergrund schweben weitere Geldscheine.
Bild: KI-generiert über ChatGPT

Die stetig wachsende Flut an Sendungen von chinesischen Onlinehändlern wie Temu und Shein sorgt aktuell für Diskussionen. Im Fokus steht vor allem die Einhaltung europäischer Vorschriften sowie die Auswirkungen auf den Online- und den stationären Handel. Für europäische Händler hat das spürbare Konsequenzen: Sie geraten unter Druck, da sie strengere gesetzliche Vorgaben erfüllen müssen. Laut HDE-Präsident Alexander von Preen führt das zu ungleichen Wettbewerbsbedingungen, weshalb er dringenden Handlungsbedarf sieht.

Milliardenverluste für die deutsche Wirtschaft

Im Jahr 2025 kamen in Deutschland täglich rund 460.000 Pakete von Anbietern wie Temu und Shein an, europaweit waren es sogar etwa 12 Millionen Sendungen pro Tag. Gleichzeitig zeigen sich immer wieder Probleme bei importierten Produkten: Diese entsprechen häufig nicht den EU-Vorgaben und gelten teilweise sogar als unsicher oder gesundheitlich bedenklich.

Eine aktuelle Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des Handelsverbands Deutschland (HDE) beziffert die Folgen: Demnach gehen der deutschen Wirtschaft rund 2,4 Milliarden Euro an Wertschöpfung verloren, davon 1,3 Milliarden Euro im Einzelhandel. Zudem entgehen Bund, Ländern und Kommunen laut der Studie durch Händler wie Temu und Shein jährlich rund 429 Millionen Euro an Steuereinnahmen.

Auswirkungen auf deutschen Arbeitsmarkt

Auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt zeigen sich laut der Studie des IW deutliche Effekte: Demnach seien infolge der ungleichen Wettbewerbsbedingungen bereits über 40.000 Arbeitsplätze weggefallen, davon rund 28.300 im Einzelhandel. Als Ursache benennt die Studie vor allem regulatorische Anforderungen: Während europäische Händler strenge gesetzliche Vorgaben erfüllen und Steuern zahlen müssen, unterliegen Anbieter aus Drittstaaten häufig geringeren Auflagen. Das setze heimische Unternehmen zunehmend unter Druck.

Branche sieht politischen Handlungsbedarf

Angesichts der den aktuellen Studienergebnisse sieht der HDE klaren Handlungsbedarf. HDE-Präsident Alexander von Preen kritisiert insbesondere die Regelverstöße sowie die oft unzureichende Durchsetzung bestehenden Vorschriften. Das sorge für ungleiche Bedingungen im Wettbewerb.

Gefordert werden daher strengere Kontrollen, etwa beim Zoll, sowie eine konsequentere Durchsetzung der bereits bestehenden EU-Regeln für Anbieter aus China. Auch ein weiterer Ansatz ist im Gespräch: Händler aus Drittstaaten könnten etwa verpflichtet werden, einen Ansprechpartner innerhalb der EU zu benennen, der rechtlich greifbar wäre. So ließen sich Regeln künftig deutlich einfacher durchsetzen.


Ohne strengere Kontrollen und klare Regeln könnte sich das Ungleichgewicht nach Einschätzung des HDE weiter verschärfen – mit entsprechenden Folgen für Wirtschaft und Staat. Die Studie beziffert schon heute Milliardenverluste, hinzu kommen entgangene Steuereinnahmen in Millionenhöhe und tausende Arbeitsplätze, die demnach verloren gegangen sind. Für die Politik bleibt damit die Herausforderung, wirksame und zugleich faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.

Quelle: WinFuture/HDE

0 0 votes
Beitragsbewertung