Rund um GTA 6 wird es einfach nicht ruhig. Jetzt sorgt ein neuer Hackerangriff auf Rockstar Games für Schlagzeilen. Wie umfangreich das Datenleck ist und mit welchen Forderungen die Angreifer Druck machen, erfährst du hier.

Nach dem großen Leak im Jahr 2022 steht Rockstar erneut im Fokus eines Hackerangriffs. Der Entwickler der GTA-Reihe hat den Vorfall bestätigt. Hinter der Attacke soll die Gruppe ShinyHunters stecken, die bereits mehrfach große Unternehmen ins Visier genommen hat. In der Vergangenheit erbeuteten sie unter anderem rund 500 Gigabyte an Daten von Microsoft. Erst im März sorgten sie erneut für Aufsehen, als sie über 350 Gigabyte Datenmaterial bei einem Angriff auf die Europäische Kommission erbeuteten.
So verschafften sich die Hacker Zugang
Die Angreifer haben im Dark Web bekanntgegeben, sich Zugriff auf Rockstars Cloud-Server verschafft zu haben. Der Einstieg erfolgte dabei nicht direkt über Rockstar selbst, sondern über den Drittanbieter Anodot. Dabei handelt es sich um einen Monitoring-Dienst für Cloud-Kostenmanagement und Analysen, den Rockstar nutzt, um die eigene Cloud-Infrastruktur zu überwachen.
Von dort aus erlangten die Hacker Zugriff auf sogenannte Snowflake-Instanzen. Diese Plattform wird genutzt, um große Datenmengen zu speichern, zu verwalten und in Echtzeit auszuwerten. Vor allem im Bereich Data Warehousing und beim sicheren Datenaustausch kommt Snowflake häufig zum Einsatz. Genau solche Systeme sind ein attraktives Ziel, da sie oft zentrale Daten bündeln und sich Angreifer so besonders effizient Zugriff auf größere Datenmengen verschaffen können.
Welche Daten sind betroffen?
Rockstar hat den Hackerangriff in einer Stellungnahme gegenüber Kotaku bestätigt. Laut dem Unternehmen handelt es sich jedoch nur um eine begrenzte Menge an Informationen. Spieler müssen sich offenbar keine Sorgen machen, denn persönliche Daten und Passwörter von Rockstar-Accounts sollen nicht betroffen sein. Insgesamt spricht der Entwickler von eher unwesentlichen Unternehmensdaten und betont, dass es keine Auswirkungen auf Spieler oder den laufenden Betrieb geben soll.
Die Hackergruppe ShinyHunters stellt die Situation allerdings ganz anders dar. Ihren Aussagen zufolge konnten sie deutlich mehr Daten erbeuten. Konkrete Belege dafür gibt es bisher nicht, aber aufgrund ihrer bisherigen Aktionen wirkt die Behauptung zumindest nicht völlig unwahrscheinlich. Immerhin scheint sich die Lage in einem Punkt zu unterscheiden: Beim aktuellen Angriff wurde offenbar kein Gameplay Material wie beim großen Leak im Jahr 2022 entwendet. Wie schwer der aktuelle Vorfall für Rockstar wirklich wiegt, ist derzeit allerdings noch unklar.
Forderung mit Ultimatum
Offenbar geht es ShinyHunters vor allem um Geld. Die Hackergruppe hat Rockstar Games ein Ultimatum gesetzt und fordert eine Zahlung bis zum 14. April 2026. Sollte Rockstar nicht darauf eingehen, drohen die Angreifer damit, die erbeuteten Daten zu veröffentlichen und weitere digitale Probleme zu verursachen.
Dass hinter der Drohung mehr als nur heiße Luft steckt, ist nicht unwahrscheinlich. ShinyHunters ist bekannt dafür, solche Ankündigungen auch in die Tat umzusetzen. In der Vergangenheit wurden nach ähnlichen Angriffen bereits interne Daten wie Marketingpläne oder Finanzunterlagen veröffentlicht. Ob sie diesmal wirklich größere Datenmengen in der Hand haben, wird sich wohl erst nach Ablauf des Ultimatums zeigen.

