Werbung oder nicht? Bundesregierung will klare Regeln für Instagram-Beiträge

Influencer haben das Internet erobert: Man findet sie auf YouTube, Twitter, Facebook und ganz besonders auch auf der Foto-Plattform Instagram. Doch in letzter Zeit stehen sie immer stärker in der Kritik. Der Vorwurf: Sie würden ihre Reichweite für versteckte Werbung nutzen, ohne die Beiträge entsprechend zu kennzeichnen. Es kam vermehrt zu Abmahnungen.


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Das Problem ist nur: Niemand weiß so genau wo Werbung beginnt und wo sie aufhört. Also kennzeichnen viele Influencer seit neuestem einfach alle Beiträge als #Werbung, um auf der sicheren Seite zu sein. Dass damit niemandem geholfen ist, dürfte selbsterklärend sein. Aus diesem Grund möchte die Bundesregierung nun konkrete Regelungen entwerfen, welche festlegen, wann ein Beitrag als Werbung gilt und wann nicht.

Klare Kennzeichnungsregeln erforderlich

Das prominenteste Beispiel: Cathy Hummels, die beschuldigt wurde Schleichwerbung zu betreiben und den Fall schließlich bis vors Landgericht trug. Sie argumentierte, dass sie zwar Marken und Unternehmen verlinkt, allerdings kein Geld als Gegenleistung bekommen habe. Aus diesem Grund sehe sie ihre Beiträge auch nicht als Werbung an. Das Gericht gab ihr letztlich Recht. Doch andere Influencer müssen weiterhin mit der Unsicherheit leben.

Damit soll in Zukunft Schluss sein. Wie das ZDF berichtet, möchte die Bundesregierung ein neues Gesetz beschließen, welches sich mit der Kennzeichnungspflicht in sozialen Medien befasst. Man wolle junge Menschen vor möglichen Abmahnungen schützen, so Gerd Billen (Staatssekretär im Justizministerium) gegenüber dem ZDF. Und dafür bedarf es klaren Regelungen, wann ein Beitrag als Werbung gekennzeichnet werden muss und wann nicht.

Billen sieht es allerdings kritisch, dass ausgerechnet ältere Politiker nun entsprechende Regelungen entwerfen müssen. Die letzten Wochen, mit Blick auf Rezos viel diskutiertem Video, seien durchaus lehrreich gewesen. Politiker konsumieren zwar Zeitung, Radio und Fernsehen, hätten aber mit den neuen Medien oftmals nicht viel am Hut.

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