Es war eigentlich nur noch eine Frage der Zeit: Im vergangenen Halbjahr 2018 wurde erstmals mehr Geld durch Musik-Streaming erwirtschaftet als durch CD-Verkäufe.


Es ist das Ende einer Ära. Seitdem 1982 der erste CD-Player auf den Markt kam, dominierte die kleine silberne Scheibe die Musikindustrie. In Zeiten von Spotify und YouTube hat die CD jedoch einen schweren Stand. Musik-Streaming läuft ihr langsam aber sicher immer weiter den Rang ab.

Streaming mit Marktanteil von 47,8 Prozent – Gesamtmarkt schrumpft

Es ist schon fast ein wenig verwunderlich, dass die CD überhaupt so lange durchgehalten hat. Gründe dafür mag es sicherlich einige geben. Die Sammlung vervollständigen, Unabhängigkeit von Streaming-Anbietern, oder aber auch die bessere Audioqualität, um nur ein paar zu nennen. Aber letztlich sind Spotify & Co. einfach viel bequemer und im besten Fall auch noch um einiges günstiger.

Der deutsche Musikmarkt konnte in den ersten sechs Monaten des Jahres einen Umsatz von insgesamt 727 Millionen Euro verbuchen, ein Rückgang von etwa zwei Prozent. An den Streaming-Plattformen lässt sich das aber nicht festmachen. Dort konnte der Umsatz um stolze 35,2 Prozent auf 348 Millionen Euro gesteigert werden. Das entspricht einem Marktanteil von 47,8 Prozent. Der CD-Markt hingegen musste eine Rückgang von 24,5 Prozent hinnehmen. Der Umsatz beläuft sich an dieser Stelle auf 250 Millionen Euro.


Der Vorstandsvorsitzende des BVMI, Dr. Florian Drücke konnte sich in diesem Zusammenhang eine kleine Anmerkung zur kontroversen Urheberrechtsreform nicht verkneifen:

„Audio-Streaming steht inzwischen für fast die Hälfte der Umsätze und löst damit die CD als größtes Umsatzsegment ab. Das verändert die Konstellation des Musikmarktes deutlich zugunsten des Online-Geschäfts. Damit nimmt die Dringlichkeit zu, rechtliche Klarheit für den digitalen Lizenzhandel zu erhalten; das Lizenzgeschäft ist das Lebenselixier der Kultur- und Kreativwirtschaft, im digitalen Zeitalter in besonderem Maß. Vor allem gilt es, User Uploaded Content-Plattformen stärker in die Verantwortung zu nehmen. Es muss endlich geregelt werden, dass sie am Markt Lizenzen erwerben müssen. Am 12. September hat das EU-Parlament die große Chance, hier die richtigen Weichen zu stellen und die Regeln der Plattform-Ökonomie, die sich in den vergangenen 20 Jahren etabliert haben, in der erforderlichen Weise zu aktualisieren.”

Quelle: Bundesverband Musikindustrie

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