Um Käufe im Internet abzuwickeln nutzen viele Menschen den Bezahldienst PayPal. Nun möchte das Unternehmen ein eigenes Werbenetzwerk starten und will dafür das Einkaufsverhalten seiner Nutzerinnen und Nutzer auswerten.


Quelle: PayPal

Ein neues Werbenetzwerk steht, laut eigenen Angaben des Unternehmens, scheinbar bereits in den Startlöchern. Das Unternehmen möchte dafür das Nutzungsverhalten basierend auf Daten von PayPal und Schwester-App Venmo nutzen. Ziel sei es, präzisere Einblicke in das Kaufverhalten der Nutzerinnen und Nutzer zu gewinnen. An der Spitze dieses Vorhabens steht Mark Grether, der zuvor erfolgreich die Werbegeschäfte von Uber geleitet hat und nun die Verantwortung für den Aufbau dieses neuen Geschäftszweigs trägt. Grether erklärte gegenüber dem Wall Street Journal, dass sie, wenn jemand Produkte im Internet kaufe, wüssten, wer die Produkte wo kaufe. Diese Daten könne man nutzen.

Bisher dominierten vor allem Google und Meta den Markt für zielgruppenorientierte Online-Werbung. Durch das Sammeln umfassender Nutzerdaten, durch den täglichen Gebrauch diverser Apps und Suchmaschinen, haben sich die beiden Unternehmen zum Marktführer dieser zielgruppenorientierten Online-Werbung etabliert. Nun möchte PayPal aber scheinbar selbst mitmischen. Denn niemand verfügt über solch präzise Informationen darüber, welche Produkte die Nutzerinnen und Nutzer letztendlich kaufen, wie der Dienst, über den fast alle ihre Online-Einkäufe abwickeln.

Fragwürdige Erfolgschance?

Hier stellt sich allerdings die Frage, ob das bei Kundinnen und Kunden auch so gut ankommen dürfte. Das Unternehmen betonte jedoch, dass es zwar standardmäßig entsprechende Informationen sammeln wird, den Nutzerinnen und Nutzern die Möglichkeit einräumen möchte, sich dagegen zu entscheiden.

Genauere Details darüber, wie das neue Werbenetzwerk funktionieren soll, stehen allerdings noch nicht fest. Die Arbeiten zu PayPals Werbenetzwerk befinden sich derzeit noch in den Anfängen. Das Unternehmen verspricht Nutzerinnen und Nutzern jedoch transparente und benutzerfreundliche Datenschutzkontrollen einzurichten. Aus reiner Nächstenliebe wird das aber sicherlich nicht passieren. Denn man geht davon aus, dass die Überwachung der Aktivitäten von PayPal in diesem Bereich durch Datenschutzbehörden und Kartellbehörden dazu beitragen wird, dass das Unternehmen seine Zusicherungen einhält und die Privatsphäre der Nutzer respektiert. Sollte dieses Vorhaben jedoch nicht gelingen, könnte PayPal die Gunst zahlreicher Kundinnen und Kunden verlieren.

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