OpenAI stellt überraschend seinen KI-Videogenerator Sora im April ein. Die geplante Zusammenarbeit mit Disney soll deshalb auch nicht zustande kommen. Was dahinter steckt und wie du deine Daten sichern kannst, erfährst du hier.

OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, stellt seine Video-App Sora am 26. April wieder ein. Dabei war der KI-Videogenerator erst im September in den USA gestartet. Ursprünglich verfolgte OpenAI große Pläne: Sora sollte sich zu einer Art sozialem Netzwerk entwickeln und damit in Richtung von Plattformen wie TikTok gehen. Noch vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen sogar angekündigt, die Funktion in ChatGPT zu integrieren.
Warum Sora für Diskussionen sorgt
Mit Sora können Nutzer per Texteingabe in Sekundenschnelle kurze KI-Videos erstellen. Zusätzlich bietet die App die Möglichkeit, das eigene Gesicht einzuscannen und sich selbst in die generierten Clips einzubauen. Gerade diese realitätsnahen Ergebnisse sorgten für Aufsehen und lösten intensive Diskussionen aus, da die Videos teils kaum von echten Aufnahmen zu unterscheiden waren.
So sicherst du deine Sora-Daten
Falls du Videos oder Bilder mit Sora erstellt hast, solltest du deine Inhalte rechtzeitig exportieren, bevor die App endgültig offline geht. Neben dem direkten Download einzelner Dateien hast du auch die Möglichkeit, einen vollständigen Datenexport anzufordern. So funktioniert es:
- Gehe zum Privacy Portal von OpenAI
- Klicke auf Make a Privacy Request
- Wähle Download my data
- Bestätige deine Identität
- Gib dein Land an
Auch wenn Sora in deinem Land bereits abgeschaltet wurde, bleibt der Datenexport noch für eine begrenzte Zeit verfügbar. Danach werden deine Inhalte dauerhaft gelöscht.
Geplatzte Kooperation mit Disney
Mit der Entscheidung, Sora vom Markt zu nehmen, endet damit auch ein Abkommen mit dem Medienkonzern Disney. Dieser hatte erst im Dezember mehr als 200 Charaktere für die Nutzung in Sora lizenziert und plante, rund eine Milliarde US-Dollar in OpenAI zu investieren.
Geplant war, dass Nutzer Video-Clips von sich gemeinsam mit bekannten Disney-Figuren wie Mickey Mouse, Elsa oder Iron Man erstellen können. Nach dem Aus von Sora bestätigte eine Disney-Sprecherin nun auch das Ende der Zusammenarbeit mit OpenAI.
OpenAI unter Druck: Warum Sora nicht mehr ins Konzept passt
Laut einem Statement von OpenAI will sich das Unternehmen künftig stärker auf andere Bereiche konzentrieren. Im Fokus steht dabei vor allem das Kerngeschäft. Auch ChatGPT soll in Zukunft keine Videofunktionen mehr anbieten.
Einen offiziellen Grund für das Aus von Sora nennt OpenAI nicht. Medienberichten zufolge könnten jedoch die hohen Kosten eine entscheidende Rolle gespielt haben. Die Erstellung von KI-Videos erfordert enorme Rechenleistung und soll täglich rund eine Million US-Dollar verschlungen haben. Gleichzeitig sind die Nutzerzahlen seit dem Launch auf etwa 500.000 zurückgegangen und haben sich somit halbiert.
Hinzu kommt der zunehmende Wettbewerbsdruck durch Unternehmen wie Google und Anthropic. Um weiterhin technologisch führend zu bleiben, rückt die Wirtschaftlichkeit stärker in den Fokus. Auch mit Blick auf einen möglichen Börsengang zum Jahresende scheint OpenAI seine Prioritäten neu zu ordnen und sich auf ein stabiles, profitables Kerngeschäft zu konzentrieren.
Quelle: tagesschau/heise/TechCrunch

