Mars: Forscher entdecken riesige unterirdische Seen

Forschern ist es gelungen, flüssiges Wasser auf dem Mars zu lokalisieren. Unter dicken Eisschichten sollen sich riesige unterirdische Seen befinden. Künftige Marsmissionen werden der Sache auf den Grund gehen.


Bild von GooKingSword auf Pixabay

Bereits im Jahr 2018 fanden Wissenschaftler erste Anzeichen für unterirdische Wasservorkommen auf dem Mars. Unter Experten wurden diese Beobachtungen heiß diskutiert. Viele Wissenschaftler äußerten Skepsis – doch jetzt hat sich die Lage geändert.

Riesige Wasservorkommen auf dem Mars

Forscher der Universität Rom III haben Wasserkörper unter der Marsoberfläche entdeckt, nachdem eine Express-Sonde den Planeten von 2012 bis 2019 mit elektromagnetischen Wellen abtasten konnte. Die Wellen dringen tief bis unter die Oberfläche ein und geben Aufschluss über die einzelnen Bodenschichten. Dieses Verfahren wird auch auf der Erde genutzt, um beispielsweise Wasser-Einschlüsse im antarktischen Eismantel ausfindig zu machen.

Das Ergebnis: unter einer dicken Eisschicht am Südpol liegen den Messungen zufolge ein gewaltiger See und mehrere kleinere Gewässer. Das Wasser-System soll mehr als 75.000 Quadratkilometer groß sein. Wie genau es unter der Oberfläche aussieht, ist nicht bekannt. Von Höhlensystemen bis hin zu Schlamm-Verbindungen ist theoretisch alles möglich. Die Forscher gehen davon aus, dass das Wasser einen extrem hohen Salzgehalt aufweist, wodurch der Gefrierpunkt erheblich gesenkt wird. Zur Erinnerung: die Oberflächentemperatur am Südpol beträgt minus 113 Grad Celsius, in der Tiefe wird es allerdings wärmer.

Könnte es damit auch Leben auf dem Mars geben? Unter Umständen schon. Die Wissenschaftler schließen zumindest nicht aus, dass es mikrobielle Lebensformen in dem Wasser geben könnte. Von der Erde sind bereits Mikroorganismen bekannt, die unter den angenommenen Umständen leben könnten. Weitere Einblicke erhoffen sich die Wissenschaftler von zukünftigen Marsmissionen, die in den beobachteten Regionen gezielt Ausschau nach astrobiologischer Aktivität halten.

Quelle: Nature

4.9 7 votes
Article Rating
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments