Keine große Sache? Darum kann Epic mit dem Store hunderte Millionen Verlust machen

Vor wenigen Tagen ist bekanntgeworden, dass der Epic Games Store ein großes Verlustgeschäft ist. Epic-CEO Tim Sweeney sieht das Ganze jedoch positiv. Er spricht von einem „fantastischen Investment“ in die Zukunft.


Bild: Epic Games

Hochrechnungen zufolge soll Epic Games bis zum Ende des Jahres ca. 600 Millionen US-Dollar Verlust mit dem hauseigenen Store gemacht haben. Der größte Kostenfaktor ist keine Überraschung. Allein im Jahr 2020 schlugen die zahlreichen Gratis- und Exklusivspiele mit rund 444 Millionen US-Dollar zu Buche. Eine recht teure Strategie, um potenzielle Kunden zu erreichen.

Anders als Apple sieht Epic-CEO Tim Sweeney das Geld aber nicht als „verloren“ an. Das Ganze sei ein wohl überlegtes Investment in die Zukunft. Epic sei gerade dabei ein „großartiges Geschäft“ aufzubauen und die ersten zwei Jahre waren seiner Meinung nach schon einer echter Erfolg – trotz millionenschwerer Verluste. Man habe mit der Strategie bereits einen Marktanteil von rund 15 Prozent erlangen können.



Außerdem seien die veröffentlichten Zahlen nicht so schlimm, wie sie im ersten Augenblick zu sein scheinen. Zwar habe Epic viele hunderte Millionen Dollar für Gratisspiele ausgegeben, dadurch seien aber auch Spiele im Wert von 1,75 Milliarden Dollar von den Nutzern heruntergeladen worden. Denn Epic bezahlt die Entwickler der Gratisspiele nicht pro verschenkter Einheit, sondern mit einer fixen Summe, erläutert Sweeney. So habe sich die Vorgehensweise, zumindest theoretisch, auch wirtschaftlich gelohnt.

Fortnite sichert das Überleben

Dass diese aggressive Wachstumsstrategie tatsächlich aufgehen und langfristig gesehen für schwarze Zahlen sorgen könnte, lässt sich bereits erahnen. Tim Sweeney zufolge haben die Spieler schon mehr als 700 Millionen US-Dollar im Epic Games Store ausgegeben – Tendenz stark steigend. Davon seien 265 Millionen Dollar von Spielen gekommen, die nicht von Epic selbst stammen.

Das wahre Zugpferd ist aber nach wie vor Fortnite. Der eigentlich kostenlos spielbare Multiplayer-Shooter hat in den vergangenen Jahren immense Gewinne einspielen können. Der genaue Betrag ist nicht bekannt, es scheint aber genug zu sein, um ohne schlechtes Gewissen eine halbe Milliarde US-Dollar in Gratis- und Exklusivspiele stecken zu können. Mit einer solchen Cash-Cow im Rücken fällt das Investieren natürlich deutlich einfacher. Epic Games selbst geht davon aus, dass der Store ab dem Jahr 2023 profitabel sein könnte.

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