Das Statistische Bundesamt hat kürzlich eine detaillierte Übersicht zur Anzahl der Unfälle mit E-Scootern herausgegeben. Die Popularität und der Anteil an den elektrischen Gefährten im Straßenverkehr hat demnach im vergangenen Jahr in Deutschland – insbesondere in den deutschen Großstädten – markant zugenommen. Welche Unfallzahlen E-Scooter genau verursachen, verraten wir euch im Artikel.


Die Unfälle mit E-Scootern nimmt laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes zu. Foto: Pixabay.com

Vielleicht haben einige unter euch schon einmal einen E-Scooter genutzt, ganz bestimmt aber schon gesehen, wie sie durch die Straßen von Hamburg, Frankfurt oder München düsen. Bekannt durch die Vermieter “Bird”, “Lime” oder “Voi” parken sie häufig an Touristen-Hotspots oder auf den Bürgersteigen der Wohnviertel. Wie kaum ein anderes Fortbewegungsmittel scheiden sich hier die Geister: Einerseits werden die E-Scooter geschätzt, gelten sie doch als flexibel und cool. Andererseits werden sie aber auch als gefährlich für die Nutzer und teilweise auch für andere Verkehrsteilnehmer eingestuft.

Zahl der Unfälle stieg im Sommer

Die Zahlen, welche das Statistische Bundesamt hierzu kürzlich veröffentlichte, zeigen, dass die Kritiker nicht ganz unrecht haben. In der Erhebung wurden die ersten drei Quartale des Jahres 2020 berücksichtigt. Laut polizeilichen Angaben kam es demnach zu insgesamt 1.570 Unfällen mit Personenschaden. Die Zahl der Toten durch E-Scooter-Unfälle wird mit 7 angegeben, die Zahl der Schwerverletzten mit 269. 1.096 Menschen wurden demnach leicht verletzt. Um einen Vergleich zu haben: Mit dem Fahrrad kam es im selben Zeitraum insgesamt zu 351 tödlichen Unfällen. Allerdings nutzen auch immer noch deutlich mehr Verkehrsteilnehmer das Fahrrad – E-Scooter machen hier noch einen sehr geringen Anteil aus.

Dass die Unfallzahlen zum Sommer hin zunahmen, ist hierbei wohl wenig überraschend. So lockte das gute Wetter doch deutlich mehr Menschen aus den eigenen vier Wänden als das triste Herbstwetter. Hier wurden im ersten Quartal 252 Unfälle, im zweiten 417 und im dritten ganze 901 Unfälle gemeldet. Natürlich dürfte auch der verhängte Lockdown in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie eine Rolle dabei gespielt haben, dass die Unfallquote zu Beginn des Jahres eher gering ausfiel.

Was die Erhebung nun für die Zukunft der E-Scooter in Deutschland bedeuten mag, ist derzeit noch unklar. Die Unfallzahlen deuten jedenfalls daraufhin, dass eine gewisse Gefahr von der Nutzung ausgeht. Eventuell könnten hier also weitere Sicherheitsmaßnahmen nötig und sinnvoll sein. Allerdings fehlt in dieser Erhebung bisher auch noch das letzte Quartal des Jahres. Zudem sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass die Mobilität der Bevölkerung durch die Lockdowns teilweise erheblich eingeschränkt gewesen sein dürfte. Um das volle Gefahrenpotenzial der E-Scooter sicher einschätzen zu können, müsste man also wohl weitere Erhebungen bei Normalbedingungen abwarten.

Wir bleiben gespannt, wie sich die Lage entwickeln wird und werden weiter für euch berichten.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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