Nach deutlicher Kritik an geplanten Alterskontrollen präzisiert Discord seine Ankündigung und verspricht nun deutlich weniger verpflichtende Identitätsnachweise als zunächst befürchtet.

Die Einführung neuer Altersprüfungen hatte in der Community für Unmut gesorgt. Viele Nutzer befürchteten verpflichtende Gesichtsscans oder das Hochladen von Ausweisdokumenten. Nun stellt Discord klar: In den meisten Fällen soll genau das nicht erforderlich sein. Stattdessen setzt der Onlinedienst auf ein automatisiertes Verfahren, um das Alter seiner Nutzer einzuschätzen.
KI statt Kamera: So soll die Altersprüfung funktionieren
Laut dem jüngsten Update von Discord wird nur ein kleiner Teil der Nutzerschaft tatsächlich einen Ausweis oder einen Gesichtsscan durchführen müssen. Für die große Mehrheit greift ein KI-gestütztes System, welches das Alter anhand von Verhaltensmustern und weiteren technischen Signalen schätzt.
Wichtig dabei: Discord betont ausdrücklich, dass private Nachrichten nicht für diese Einschätzung ausgewertet werden. Fällt die automatisierte Einschätzung nicht eindeutig aus, behält sich das US-Unternehmen allerdings vor, eine zusätzliche Verifizierung anzustoßen. Damit reagiert Discord offenbar auf Datenschutzbedenken, die nach der ursprüngliche Ankündigung laut wurden.
Start im März geplant
Automatisierte Altersschätzungen sind keine Seltenheit mehr. Auch andere große Plattformen setzen zunehmend auf vergleichbare Verfahren, um Jugendschutz und Privatsphäre miteinander zu vereinen. Der Vorteil liegt auf der Hand. Nutzer müssen sensible Dokumente nicht pauschal hochladen, während Anbieter dennoch altersabhängige Funktionen gezielt steuern können.
Die neuen Regelungen sollen ab März weltweit greifen. Sowohl neue als auch bestehende Accounts werden dann zunächst mit jugendgerechten Standardeinstellungen versehen. Dazu zählen angepasste Kommunikationsoptionen, Inhaltsfilter sowie ein eingeschränkter Zugang zu sensiblen Inhalten.
Nach Angaben von Discord baut die weltweite Einführung der neuen Voreinstellungen auf der bestehenden Sicherheitsstruktur der Plattform auf. Auch die Erfahrungen aus den Testphasen in Großbritannien und Australien werden dabei berücksichtigt. Ziel ist es, Jugendliche besser zu schützen und gleichzeitig erwachsenen, verifizierten Nutzern weiterhin genügend Freiheiten bei der Nutzung zu lassen.
Quelle: Heise
