Die Beschwerden über die Deutsche Post sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen, rund ein Viertel mehr als noch 2024. Woran das liegt, welche Probleme besonders häufig auftreten und was sich jetzt ändern soll, erfährst du hier.

Mehrere DHL-Pakete stehen vor einem Wohnhaus, eines davon ist sichtbar beschädigt und eingedrückt. Ein Zusteller in DHL-Kleidung hält ein weiteres Paket in der Hand, während im Hintergrund ein gelber DHL-Transporter zu sehen ist.
Bild: KI-generiert über Sora

So viele Beschwerden wie noch nie: Für die Deutsche Post lief das Jahr 2025 aus Kundensicht nicht besonders rund. Laut Bundesnetzagentur wurden insgesamt 55.395 Beschwerden registriert, rund 25 Prozent mehr als im Jahr 2024. Besonders auffällig: Etwa 90 Prozent der Beschwerden betreffen DHL, den Marktführer.

Das sind die häufigsten Probleme

Trotz der hohen Zahlen relativiert ein Blick auf die Gesamtmenge die Situation etwas. 2025 wurden rund 9,4 Milliarden Briefe und 4,5 Milliarden Pakete verschickt. Die Beschwerdequote ist damit vergleichsweise gering.

Dabei geht es vor allem um beschädigte Briefe und Pakete, Sendungen, die gar nicht ankommen, oder Zustellungen beim falschen Empfänger. Auch lange Wartezeiten sorgen bei vielen für Frust. Ein kleinerer Teil der Beschwerden betrifft außerdem die Öffnungszeiten von Filialen oder das Angebot an Briefkästen.

So reagiert die Deutsche Post

Die Deutsche Post sieht trotz der steigenden Zahlen kein grundlegendes Problem. Laut Unternehmen funktioniere die Postversorgung insgesamt gut, ein strukturelles Qualitätsproblem gebe es nicht. Im Schnitt kommen auf eine Million Sendungen nur etwa vier Beschwerden. Gleichzeitig betont die Post, dass jede einzelne Beschwerde ernst genommen werde.

Dennoch zeigt sich ein deutlicher Aufwärtstrend. Während 2021 noch rund 15.000 Beschwerden bei der Bundesnetzagentur eingingen, waren es 2022 bereits 43.000. Als Gründe nannte das Unternehmen unter anderem lokale Probleme, Personalausfälle durch Covid-Erkrankungen und einen angespannten Arbeitsmarkt.

Kritik gibt es dabei schon länger, vor allem an einer zu dünnen Personaldecke. Zwar hatte die Post angekündigt, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, spürbare Verbesserungen sind bislang jedoch ausgeblieben, denn die Zahl der Beschwerden ist weiter gestiegen.

Sorgen der Politik

In der Politik wird der Anstieg der Beschwerden sehr ernst genommen. Sebastian Roloff, Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, kritisiert die Entwicklung bei der Deutschen Post. Vor allem die nachlassende Zustellqualität steht dabei im Fokus. Seiner Meinung nach sollte sich die Post wieder stärker auf ihre Kernaufgabe konzentrieren, nämlich die zuverlässige Zustellung von Briefen und Paketen.

Roloff fordert zudem, dass die Bundesnetzagentur als Aufsichtsbehörde stärker eingreift und häufiger Kontrollen durchführt. Schließlich ist die Post verpflichtet, gesetzliche Vorgaben einzuhalten.


Viele Menschen behalten ihren Ärger für sich und melden Probleme gar nicht erst bei der Bundesnetzagentur. Die tatsächliche Zahl der Beschwerden dürfte also deutlich höher liegen. Gleichzeitig steigt das Paketaufkommen durch den boomenden Onlinehandel weiter an, während die Zahl der Briefe aufgrund digitaler Kommunikation sinkt. Für DHL bedeutet das, das Zustellnetz entsprechend anzupassen, um langfristig die Kundenzufriedenheit zu sichern.

Quelle: Golem

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