Ausgetrickst: FBI führt Kriminelle mit selbst entwickelter Messenger-App hinters Licht

Diverse kriminelle Banden und Clans haben in den vergangenen Jahren eine vermeintlich abhörsichere Messenger-App benutzt, um miteinander zu kommunizieren. Doch was niemand wusste: die App wurde vom FBI in Umlauf gebracht – und die konnten alle Nachrichten mitlesen.


Bild: Unsplash

Alles begann im Jahr 2018. Das FBI stoppte die bei Kriminellen beliebte Verschlüsselungstechnologie „Phantom Secure“ und entschied sich dazu, die dadurch entstandene Marktlücke einfach mit einem eigenen Messenger zu füllen. So wurde kurzerhand eine App namens Anom entwickelt und veröffentlicht. Nach außen hin schien der Messenger komplett abhörsicher. In Wirklichkeit wurde er jedoch rund um die Uhr von der US-amerikanischen Sicherheitsbehörde überwacht.

Neben dem FBI waren unter anderem auch Europol und Strafverfolgungsbehörden in mehr als einem Dutzend Länder an dem Projekt beteiligt. Im Rahmen weltweiter Polizeieinsätze konnten so mehr als 800 Verdächtige festgenommen und mehrere Tonnen an Drogen sowie zahlreiche Waffen beschlagnahmt werden. Allein in Deutschland gab es 70 Verhaftungen, die auf die Nutzung des vermeintlich sicheren Messengers zurückzuführen sind.


Der Messenger Anom lief auf sogenannten Kryptohandys, die ebenfalls vom FBI entwickelt und herausgegeben wurden. Der Trick dabei: Nur wer einen anderen Kriminellen kannte, hat ein solches Handy bekommen. So wogen sich die abgehörten Personen in Sicherheit.


Das Kuriose an der Sache: die App verbreitete sich nur so stark, da sich einige einflussreiche Personen aus dem Untergrund dafür verbürgt hatten. Die australische Polizei sprach in diesem Zusammenhang von „kriminellen Influencern“. In Australien war das Projekt ein voller Erfolg. Dort kam es zu insgesamt 224 Verhaftungen, wobei fast 45 Millionen australische Dollar sichergestellt wurden.

Via: Spiegel Online

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