Appgesteuerter Zen-Garten: HoMedics Drift 21 im Test

Wenn der Alltag mal wieder zu stressig ist, verspricht der HoMedics Drift 21 einen Moment der Ruhe. Mit dem appgesteuerten Zen-Garten lassen sich detailreiche Muster im Sand kreieren – und das vollkommen automatisch. Ich habe mir angeschaut, wie sich das Gerät in der Praxis schlägt.


Bild: HoMedics

Design & Verarbeitung

Eines vorweg: der HoMedics Drift 21 ist ein ganz schöner Brocken. Beinahe acht Kilogramm bringt der Zen-Garten auf die Waage, bei einer Breite von rund 53 Zentimetern. Da ist es unter Umständen gar nicht so einfach, einen passenden Platz im Wohnzimmer zu finden. Mit dem HoMedics Drift 16 ist allerdings noch eine etwas kleinere Variante im Handel erhältlich. Beide Versionen werden sowohl in schwarz als auch in weiß angeboten.

Das Grundgerüst ist im Prinzip eine riesige Plastikschale, die im Inneren mit einem weichen Polster überzogen wurde. In diese Schale wird feiner, weißer Sand sowie eine kleine Metallkugel gegeben. Beides ist ist Lieferumfang enthalten. Umrandet wird das Ganze von einer anpassbaren Beleuchtung. Dazu später mehr. Einen Glasdeckel, um den Zen-Garten vor interessierten Haustieren zu schützen, gibt es ebenfalls. Dadurch kann er theoretisch auch als eigenständiger Beistelltisch genutzt werden.

Insgesamt gesehen macht der HoMedics Drift 21 einen hochwertigen Eindruck. Die massive Konstruktion hat einen sehr sicheren Stand und kann ohne Krafteinwirkung nicht aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Wie der Praxistest gezeigt hat, stellen auch darauf herumturnende Katzen, die von der bewegenden Metallkugel magisch angezogen werden, keinerlei Probleme dar.



Die Einrichtung

Die Einrichtung des HoMedics Drift 21 ist recht unkompliziert. Sand einfüllen, diesen möglichst gleichmäßig mit dem mitgelieferten Haken verteilen, die Metallkugel in die Mitte der Schüssel legen und Deckel drauf. Anschließend noch den Stecker in die Steckdose und schon ist der Zen-Garten einsatzbereit – theoretisch zumindest. Das Gerät selbst verfügt nur über zwei kleine Buttons. Einen, um das Gerät anzuschalten, und einen für die Beleuchtung. Alles andere muss über eine dazugehörige Smartphone-App geregelt werden.

Die App ist kostenlos erhältlich und lässt sich über alle gängigen Appstores herunterladen. Zu Beginn muss der Zen-Garten mit der App gekoppelt werden. Das geschieht über Bluetooth und hat in meinem Fall problemlos funktioniert. Anschließend können wir in der App verschiedenste Einstellungen vornehmen. Dort lassen sich unterschiedliche Muster auswählen, individuelle Playlists erstellen, die Beleuchtungseffekte anpassen und sogar die Geschwindigkeit der Kugel ändern.



Leider scheint die App aktuell noch ein paar Probleme zu haben. Zwischendurch kommt es immer wieder zu Verbindungsabbrüchen oder neue Muster lassen sich nicht herunterladen. Stattdessen wird eine nichtssagende Fehlermeldung eingeblendet. Das ist schade, denn eigentlich bietet die App einen guten Überblick über alle wichtigen Features und lässt sich intuitiv bedienen. Würde die Technik jetzt noch mitspielen, wäre sie rundum gelungen.

Der Zen-Garten im Praxistest

Zu Beginn habe ich mich durch typische Zen-Garten-Muster probiert. Abstrakte Kreise, Vierecke und andere Formen, die in irgendeiner Art und Weise spirituell wirken. Anschließend ging es weiter mit weniger konventionellen Darstellungen, beispielsweise eines Weihnachtsbaums oder einer Blume. Die App bietet da eine große Auswahl – sofern man die Muster denn auch herunterladen kann.

Sobald man ein Muster ausgewählt hat, bewegt sich die kleinen Metallkugel wie von Zauberhand durch die Schale. In Wirklichkeit wird die Arbeit jedoch von einem Magneten verrichtet, welcher die Kugel in die richtigen Bahnen lenkt. Dabei können sowohl sehr grobe als auch sehr feine Linien in den Sand gemalt werden. So entsteht am Ende ein sehr detailreiches Kunstwerk.



Die Kugel ist deutlich zu hören, wie sie sich ihren Weg durch den Sand bahnt. Je schneller sie sich fortbewegt, desto lauter wird das „Knirschen“. Wer besonders geräuschempfindlich ist und lieber seine Ruhe haben möchte, sollte also am besten immer die langsamste Geschwindigkeit auswählen. Von vielen werden die Geräusche jedoch als beruhigend wahrgenommen. Die Kugel bewegt sich nicht hundertprozentig flüssig, sondern gerät zwischendrin immer wieder kurz ins Stocken. Das fällt allerdings nur beim genaueren Hinsehen auf.

Je nach Muster und Geschwindigkeit nimmt eine Kreation zwischen 30 und 120 Minuten in Anspruch. In der App können wir einstellen, ob wir nur ein einzelnes Muster oder viele hintereinander in Form einer Playlist kreieren möchten. Dabei lassen sich auch Pausen zwischen den Arbeiten einstellen, um das fertige Muster noch bestaunen zu können, ehe es wieder übermalt wird.



Die Beleuchtung des HoMedics Drift 21 eignet sich bestens, um den Zen-Garten auch in abgedunkelten Räumen nutzen zu können. In der App können wir die Farben frei aus einem typischen Farbkreis wählen und die Helligkeit anpassen. Zudem stehen die beiden Beleuchtungseffekte „Breathing“ und „Color shifting“ zur Auswahl.


Der HoMedics Drift 21 im Zeitraffer: die Erstellung des hier dargestellten Musters hat in Wirklichkeit rund 45 Minuten gedauert.


Fazit

Der HoMedics Drift 21 ist zweifelsohne schön anzusehen und ich hatte am Anfang auch meinen Spaß daran, die kleine Kugel beim Arbeiten zu beobachten. Vor allem, da die Resultate sehr beeindruckend sind. Eine beruhigende Wirkung konnte ich zwar keine feststellen, aber vielleicht bin ich auch einfach nicht der Typ dafür. Leider hat die Magie des Zen-Gartens recht schnell wieder nachgelassen und nach wenigen Tagen stand er nur noch ungenutzt in der Ecke herum. Wirklich empfehlen kann ich ihn daher nur für alle, die sich wirklich aus tiefsten Herzen dafür begeistern können und den Zen-Garten beispielsweise als Ergänzung zur täglichen Yoga-Session nutzen wollen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der HoMedics Drift 21, wie in meinem Fall, zum reinen Deko-Objekt degradiert wird. Und dafür ist er mit einem Preis von knapp 550 Euro doch recht teuer.

PROCONTRA
Sehr gut verarbeitetKlobiges Design
Übersichtliche & intuitive App…die noch technische Schwierigkeiten hat
Große Auswahl an MusternBei schneller Geschwindigkeit etwas laut
Sehr detailreiche ErgebnisseHoher Preis
Stimmungsvolle Beleuchtung
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