AMD hat zum Ende dieses Jahres nicht nur neue Grafikkarten auf den Markt gebracht, sondern auch eine Reihe an neuen Prozessoren. Wir fassen euch die wichtigsten Infos zusammen.


Bild: AMD

Ende September hat AMD die Ryzen™ 7000-Serie auf den Markt gebracht und damit eine neue CPU-Generation eingeläutet. Vier verschiedene Prozessoren aus unterschiedlichen Leistungsklassen sind im Handel erhältlich. Alle CPUs der AMD Ryzen™ 7000-Serie setzen auf die brandneue „Zen-4-Architektur“. Diese bringt im Vergleich zur Vorgänger-Architektur eine Reihe an Verbesserungen mit, welche in einem Leistungsplus von rund 29 Prozent sowie einer um bis zu 74 Prozent gesteigerten Effizienz resultieren. Dank der neuen 5-nm-Fertigung haben die Prozessoren durch die Bank deutlich höhere Taktraten zu bieten. Eine integrierte Grafikeinheit für grundlegende Alltagsaufgaben ist ebenfalls mit an Bord.

Mit der neuen Prozessor-Generation verabschiedet sich AMD allerdings von dem guten alten AM4-Sockel. Wer die Prozessoren nutzen möchte, der wird sich also auch ein neues Mainboard mit AM5-Sockel kaufen müssen. Die passenden Chipsätze sind X670(E) und B650(E). Während sich die X670(E)-Boards an Enthusiasten richten, werden die B650(E)-Boards primär für Mainstream-Anwender konzipiert. Die AM5-Plattform soll über viele Jahre hinweg unterstützt werden. Das war bereits ein großes Aushängeschild des AM4-Sockels.

Zu den wichtigsten Neuerungen zählt die Unterstützung von schnellem DDR5-Arbeitsspeicher sowie der Support von PCIe-5.0. Davon werden in Zukunft sowohl Grafikkarten als auch SSDs profitieren. Entsprechende Modelle erscheinen allerdings erst in einigen Monaten. DDR5-RAM ist hingegen schon etwas länger im Handel erhältlich – unter anderem auch bei ALTERNATE.



Mithilfe der neuen AMD EXPO™ Technologie („Extended Profiles for Overclocking“) und vorkonfigurierten Profilen für AMD Ryzen™-7000-Prozessoren lässt sich der Arbeitsspeicher spielend leicht übertakten. Durch das Übertakten des Speichers kann wiederum die gesamte Systemperformance gesteigert werden. Von einer bis zu 11 Prozent schnelleren Gaming-Leistung ist die Rede. Eine Übersicht kompatibler RAM-Kits findet ihr direkt bei AMD.

Bekannte Technologien wie Precision Boost 2 sind ebenfalls wieder mit von der Partie. Dabei wird der PC mithilfe einiger Sensoren überwacht und die Taktraten der CPU intelligent angehoben, um weitere Performancesteigerungen zu ermöglichen. Mit Precision Boost Overdrive lässt sich die Spannung des Prozessors hingegen manuell anzupassen, um damit beispielsweise Energie einzusparen oder noch mehr Leistung erhalten zu können.

Die CPUs im Überblick

Den Anfang macht der AMD Ryzen™ 5 7600X. Mit sechs Rechenkernen und zwölf Threads ist es die vorerst kleinste Variante. Standardmäßig taktet die CPU mit 4,7 GHz, während im Turbo bis zu 5,3 GHz möglich sind. Der L3-Cache ist 32 MB groß und die typische Leistungsaufnahme beziffert AMD mit 105 Watt. Preislich liegt der AMD Ryzen™ 5 7600X bei 279 Euro.

Kerne/ThreadsTakt/TurboL3-CacheTDPPreis
Ryzen™ 5 7600X6/124,7/5,3 GHz32 MB105 W279 Euro

Dicht dahinter folgt der AMD Ryzen™ 7 7700X, eine CPU mit acht Rechenkernen und 16 Threads. Während der Basis-Takt ein wenig geringer ausfällt (4,5 GHz), erreicht er im Turbo (5,4 GHz) einen höheren Wert als der Ryzen™ 5 7600X. Sowohl die Größe des L3-Cache als auch die TDP sind identisch und liegen bei 32 MB beziehungsweise 105 Watt. Bei ALTERNATE kostet er 389 Euro.

Kerne/ThreadsTakt/TurboL3-CacheTDPPreis
Ryzen™ 7 7700X8/164,5/5,4 GHz32 MB105 W389 Euro

Mit seinen zwölf Kernen und 24 Threads ist der AMD Ryzen™ 9 7900X das bislang zweitgrößte Modell der neuen Generation. Die Taktfrequenz liegt bei 4,7 GHz beziehungsweise 5,6 GHz im Turbo. Verglichen mit den beiden kleineren Modellen punktet er mit einem doppelt so großen L3-Cache. Dafür fällt allerdings auch die TDP deutlich höher aus. Laut AMD liegt diese bei 170 Watt. Für den AMD Ryzen™ 9 7900X werden 514 Euro fällig.

Kerne/ThreadsTakt/TurboL3-CacheTDPPreis
Ryzen™ 9 7900X12/244,7/5,6 GHz64 MB170 W514 Euro

Die neue Speerspitze wird vom AMD Ryzen™ 9 7950X gebildet. Ganze 16 Rechenkerne und 32 Threads hat er zu bieten. Bei einer typischen Taktfrequenz von 4,7 GHz und einem Turbo-Takt von 5,7 GHz. Auch der AMD Ryzen™ 9 7950X verfügt über einen 64 MB großen L3-Cache und wird mit einer TDP von 170 Watt gelistet. Die neue Flaggschiff-CPU schlägt aktuell mit 639 Euro zu Buche.

Kerne/ThreadsTakt/TurboL3-CacheTDPPreis
Ryzen™ 9 7950X16/324,5/5,7 GHz64 MB170 W639 Euro

Ein Kühler liegt den Prozessoren übrigens nicht bei. Das dürfte in vielen Fällen aber kein Problem darstellen. Laut AMD sollen die meisten Kühler, die schon mit AM4 kompatibel waren, auch auf der neuen Plattform verwendet werden können. Wer also bereits Besitzer eines AMD-Systems ist und lediglich ein Upgrade durchführen möchte, kann seinen alten Kühler in der Regel behalten. Ansonsten findet ihr natürlich bei ALTERNATE eine große Auswahl an entsprechenden Kühlern.

AMD Radeon™ RX 7900 XT(X)

Brandaktuell sind die neuen Grafikkarten auf Basis der RDNA-3-Architektur. Mit der Radeon™ RX 7900 XT und der Radeon™ RX 7900 XTX hat AMD zwei Modelle auf den Markt gebracht, die sich primär an High-End-Gamer richten und ein flüssiges Spielerlebnis in hohen Auflösungen garantieren. Beide Grafikkarten sind stark genug, um aktuelle Spiele flüssig in UHD wiedergeben zu können. Die Raytracing-Performance konnte im Vergleich zur Vorgängergeneration ebenfalls ein gutes Stück angehoben werden. AMD selbst spricht von einer Steigerung von bis zu 80 Prozent im Vergleich zur Vorgänger-Generation. Bei einer rund 54 Prozent besseren Effizienz.

AMD Radeon™ 7900 XTAMD Radeon™ 7900 XTX
Compute Units8496
Speicher20 GB GDDR624 GB GDDR6
Interface320-bit384-bit
Takt 2.0 / 2.4 GHz 2.3 / 2.5 GHz
Infinity Cache80 MB96 MB
TBP300W355W

Und sollten doch einmal mehr FPS benötigt werden, kann man auf AMD FidelityFX™ Super Resolution 2.2 zurückgreifen. Die Technologie berechnet die Spiele in einer geringeren Auflösung und skaliert sie anschließend hoch. Dadurch liefern die Grafikkarten mehr Bilder pro Sekunde, ohne dass es dabei zu spürbaren Grafikeinbußen kommt. Der perfekte Kompromiss zwischen Performance und Optik. Übrigens: im Laufe des kommenden Jahres wird AMD FSR 3 einführen. Der Nachfolger soll in ausgewählten Spielen in etwa doppelt so gut abschneiden wie FSR 2.

Content-Creator kommen mit den neuen Grafikkarten ebenfalls auf ihre Kosten. Die AV1-Hardwarecodierung ermöglicht eine bis zu 7-mal schnellere Videocodierung bei 8K im Vergleich zu einer reinen Softwarelösung. Um die Streaming-Qualität zu verbessern, hat AMD extra mit OBS zusammengearbeitet. So ist die Radeon™ RX 7900 XT(X) bestens zum gleichzeitigen Spielen und Streamen geeignet.

Auf bereits bekannte Funktionen wie AMD Radeon™ Anti-Lag, AMD Radeon™ Boost oder AMD FreeSync™ muss man selbstverständlich nicht verzichten. Alles zusammengefasst in der übersichtlichen AMD Software: Adrenalin Edition. Abgerundet wird das Gesamtpaket von einem 20 GB beziehungsweise 24 GB großen Videospeicher. Damit ist man auch für die nächsten paar Jahre gut aufgestellt. Die AMD Radeon™ RX 7900 XT ist ab 1.050 Euro erhältlich. Für die AMD Radeon™ RX 7900 XTX werden 1.149 Euro fällig.

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