Die neue Meta-KI soll Kinder unter 13 Jahren künftig anhand verschiedener Merkmale erkennen. Wie genau die Altersüberprüfung funktionieren soll und wie Meta Nutzer schon länger analysiert, erfährst du hier.

Futuristische KI-Grafik mit leuchtendem Roboterkopf über einem Smartphone. Davor sind die Logos von Facebook, Instagram und Threads zu sehen

Millionen Menschen weltweit nutzen Facebook und Instagram, darunter auch viele Kinder unter 13 Jahren. Eigentlich ist das laut den Meta-Richtlinien nicht erlaubt, doch mit einem falschen Geburtsdatum lässt sich schnell ein Account erstellen. Genau das möchte Meta jetzt stärker kontrollieren. Dafür soll eine neue KI Bilder und Videos auf Facebook, Instagram und Threads analysieren und anhand bestimmter körperlicher Merkmale das Alter der Nutzer einschätzen können. In Deutschland nutzt Meta die neue KI auf Instagram und Threads bereits jetzt, bei Facebook soll der Start ab Juni folgen.

Meta scannt Profile bereits jetzt

Ganz neu ist die Altersprüfung bei Meta allerdings nicht. Schon länger nutzt das Unternehmen KI-Systeme, um Profile auf Hinweise zum Alter zu überprüfen. Dabei sucht die künstliche Intelligenz zum Beispiel nach Geburtstagsangaben, Schulnoten oder anderen Hinweisen im Profil, die auf das Alter des Nutzers hindeuten können. Diese Daten stammen aus Posts, Kommentaren, Biografien oder Bildbeschreibungen. Kombiniert die KI mehrere Hinweise miteinander, kann sie beurteilen, ob ein Nutzer tatsächlich mindestens 13 Jahre alt ist. Künftig soll diese Analyse auch auf Inhalte wie Reels, Instagram Live oder Facebook-Gruppen ausgeweitet werden.

Neue Altersüberprüfung anhand körperlicher Merkmale

Die neue KI-Version soll allerdings noch deutlich weiter gehen. Meta analysiert Bilder und Videos auf Facebook und Instagram jetzt genauer. Dabei werden vor allem körperliche Merkmale ausgewertet, die Hinweise auf das Alter geben könnten. Wird ein Nutzer von der KI als unter 13 Jahre alt eingestuft, soll das entsprechende Profil automatisch deaktiviert werden. Eine Freischaltung wird erst nach erfolgreicher Altersverifizierung möglich sein.

Laut Meta soll dabei keine klassische Gesichtserkennung eingesetzt werden. Stattdessen wolle man beispielsweise auf Körpergröße oder bestimmte Knochenstrukturen achten, um das Alter besser einschätzen zu können. Meta betont außerdem, dass Personen auf Bildern und Videos nicht eindeutig identifiziert werden.

Die Ergebnisse dieser Bildanalyse werden anschließend mit den bereits bekannten Profilinformationen kombiniert. Erst danach soll die KI eine Entscheidung treffen. Falls ein Account irrtümlich gesperrt wird, können Nutzer diesen laut Meta mit einem Ausweisdokument wieder freischalten lassen.

Schnellere Entscheidung bei Verstoß

Auch das Melden von möglichen Verstößen soll künftig einfacher werden. Nutzer sollen verdächtige Accounts schneller an Meta melden können, wenn der Verdacht besteht, dass das Mindestalter nicht eingehalten wird. Unterstützt wird das Ganze durch eine KI im Meta-Help-Center. Sie prüft eingehende Meldungen automatisch und liefert direkt passende Hinweise für die Altersüberprüfung.

Außerdem möchte Meta verstärkt Jugendliche erkennen, die sich als volljährig ausgeben, obwohl sie es eigentlich nicht sind. Dafür analysiert die KI künftig auch bestimmte Verhaltensmuster. Erkennt das System einen möglichen Minderjährigen, aktiviert Meta automatisch strengere Sicherheitseinstellungen, wie sie bereits bei Teenager-Konten üblich sind. Diese Accounts sind auf Instagram und Facebook für minderjährige Nutzer schon länger Standard.


Meta möchte in Zukunft dass unter 13-jährige nicht so schnell ein Profil erstellen können. Wie genau die Umsetzung aussehen soll, ist bislang unbekannt. Die neue von der EU entwickelte App für Online-Altersprüfung soll künftig eine einheitliche Lösung für sämtliche Dienste schaffen. Meta unterstützt dieses Vorgehen allerdings nicht und setzt stattdessen lieber auf eine zentrale Lösung direkt bei der Einrichtung des Smartphones. Die EU kritisiert schon länger den mangelnden Schutz von Kindern und Jugendlichen auf den Meta-Plattformen und droht bei Verstößen sogar mit Strafen.

Was denkt ihr über die neue Meta-KI und wusstet ihr, dass bereits jetzt Profile automatisch durchleuchtet werden? Lasst uns eure Meinung gerne in den Kommentaren wissen.

Quelle: t3n/ntv/heise

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