Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) blickt mit Sorge auf Mythos, das neue KI-Modell von Anthropic. Warum Experten die Technologie als potenzielles Risiko für die öffentliche Sicherheit einschätzen, erfährst du hier.

Am 7. April hat Anthropic mit Claude Mythos eine neue Generation Künstlicher Intelligenz vorgestellt. Besonders auffällig ist, dass die KI extrem stark darin ist, Sicherheitslücken aufzuspüren. Bereits vor dem offiziellen Einsatz hat Mythos tausende Schwachstellen entdeckt, unter anderem in bekannten Browsern und Betriebssystemen.
Was KI-Modell Mythos so gefährlich macht
Laut Anthropic konnte die KI innerhalb weniger Wochen eine enorme Anzahl sogenannter Zero-Day-Sicherheitslücken entdecken, also Schwachstellen, die zuvor noch unbekannt waren. Einige davon bestanden schon seit 10 bis 20 Jahren. Die älteste entdeckte Lücke war sogar 27 Jahre alt. Konkrete Details bleiben bislang unter Verschluss, da über 99 Prozent dieser Schwachstellen noch nicht behoben sind.
Genau hier liegt die Herausforderung: Eine so leistungsfähige KI lässt sich nicht nur zum Schutz einsetzen. In den falschen Händen könnte sie gezielt dazu genutzt werden, Systeme anzugreifen oder auszunutzen – und das sogar ohne tiefergehendes Fachwissen. Mythos ist in der Lage, eigenständig Exploits zu entwickeln und anzuwenden, also Sicherheitslücken aktiv auszunutzen. Entsprechend groß sind die Bedenken in der Branche.
BSI erwartet Umbruch in der Cybersicherheit
Die BSI-Chefin Claudia Plattner rechnet mit grundlegenden Veränderungen im Umgang mit Sicherheitslücken. Zwar hat das BSI die neue KI Mythos noch nicht selbst getestet, steht jedoch im Austausch mit den Entwicklern und konnte bereits Einblicke in die Funktionsweise gewinnen.
Mittelfristig könnte es kaum noch unbekannte klassische Software-Schwachstellen geben. Es ist sogar von einem möglichen Paradigmenwechsel die Rede. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob und vor allem wie lange, derart mächtige Technologien frei zugänglich bleiben sollten. Laut Plattner wirft das auch zentrale Fragen zur nationalen und europäischen Sicherheit auf.
Zugang zu Mythos bleibt vorerst eingeschränkt
Aktuell ist der Zugriff auf Antrophics KI-Modell Mythos stark eingeschränkt. Nur rund 40 ausgewählte Unternehmen dürfen das Modell testen, darunter große Namen wie Apple, Microsoft, Nvidia und Cisco.
Ob und wann die Technologie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, ist bislang unklar. Fest steht jedoch: Mythos verdeutlicht, wie schmal der Grat zwischen technologischem Fortschritt und potenziellen Risiken im Bereich der Künstlichen Intelligenz geworden ist.
Die Entwicklung zeigt eindrücklich, wie rasant sich KI-Technologien derzeit weiterentwickeln. Was frühere Modelle kaum leisten konnten, ist hier bereits Realität und dieser Trend dürfte sich weiter fortsetzen.
Quelle: Golem/Red Anthropic

