Die EU führt noch in diesem Jahr eine neue Bearbeitungsgebühr für Pakete aus dem Ausland ein und schafft zugleich die Zollfreigrenze ab. Was das konkret bedeutet und worauf sich Verbraucher einstellen müssen, erfährst du hier.

Angesichts der gestiegenen Zahl an Bestellungen aus dem Ausland sieht sich die EU zum Handeln gezwungen. Künftig wird daher eine neue Bearbeitungsgebühr eingeführt, zudem werden auf Online-Shopper zusätzliche Zollkosten zukommen. Insbesondere gilt das bei Bestellungen über Plattformen wie Temu, Shein oder AliExpress. Ziel der Maßnahmen ist es unter anderem, die Kosten, die durch die aufwendige Kontrolle der stetig wachsenden Paketmengen anfallen, zu decken.
Enormes Paketaufkommen setzt EU unter Zugzwang
Die Dimensionen sind enorm: Laut EU-Kommission kamen im Jahr 2024 täglich rund 12 Millionen Pakete aus dem Ausland in der EU an, deutlich mehr als noch in den Jahren zuvor. Vor diesem Hintergrund überrascht es kaum, dass die EU nun gegensteuern will.
Die Einführung der neuen Bearbeitungsgebühr ist aktuell für den 1. November 2026 geplant. Sie soll auf jedes Paket erhoben werden, das online bestellt und in die EU eingeführt wird. Wie hoch die Kosten im Einzelnen ausfallen werden, ist allerdings noch offen, da die EU-Kommission die genaue Höhe erst festlegen muss.
Ein weiteres Ziel der Maßnahmen ist es, fairere Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Deshalb soll zudem auch die bisherige Zollfreigrenze abgeschafft werden. Welche konkreten Auswirkungen das auf Preise haben wird, bleibt abzuwarten: Zwar könnten vor allem günstige Produkte teurer werden, ebenso denkbar wäre jedoch, dass Importeure oder Hersteller die zusätzlichen Kosten ganz oder teilweise übernehmen.
Neue Zollregeln und Übergangslösungen
Neben der neuen Bearbeitungsgebühr kommen auch beim Zoll einige Änderungen auf Online-Shopper zu. Bisher konnten Pakete mit einem Warenwert bis 150 Euro ohne zusätzliche Zoll-Kosten eingeführt werden. Künftig werden hierfür pauschal 3 Euro pro Sendung fällig. Damit will die EU die enorme Paketflut eindämmen und besonders günstige Importe weniger attraktiv machen.
Diese Regelung ist allerdings nur als Übergang gedacht. Langfristig plant die EU eine neue digitale Plattform, über die Importe einfacher und zentraler abgewickelt und kontrolliert werden sollen. Ab 2028 könnte dann gelten, dass bereits Waren ab einem Wert von nur 1 Euro zollpflichtig sind.
Außerdem sollen weitere Maßnahmen der Reform des EU-Zollrahmens dazu beitragen, den globalen Handel mit der EU zu erleichtern. Beispielsweise sollen Zölle effizienter erhoben und die Kontrollen von unsicheren oder gefährlichen Produkten verschärft werden.
Quelle: heise/Handelsblatt

