Eigentlich sollten strenge US-Exportregeln verhindern, dass Nvidia-Grafikchips nach China gelangen. Doch offenbar wurden Wege gefunden, diese Hürden zu umgehen. Welche Methoden dahinterstecken und welche Folgen das hat, erfährst du hier.

Bild: KI-generiert über Sora

Seit 2022 schränkt die US-Regierung den Export von KI-Technologie nach China stark ein. Ziel ist es, den technologischen Fortschritt Chinas im Bereich künstlicher Intelligenz zu bremsen. Trotzdem gab es immer wieder Versuche, die begehrten Chips illegal ins Land zu bringen. Diese Versuche ziehen nun ernsthafte Konsequenzen nach sich. So ist die Aktie von Super Micro Computer vergangenen Freitag um rund 33,3 Prozent gefallen.

Was ist passiert?

Um den Fortschritt im Bereich künstlicher Intelligenz in China einzuschränken, hat die US-Regierung in den letzten Jahren strenge Exportkontrollen eingeführt. Hochleistungs-Chips, wie sie etwa für KI-Anwendungen benötigt werden, dürfen seitdem nur noch eingeschränkt ausgeführt werden. Genau das hat offenbar zu kreativen, aber illegalen Umgehungsversuchen geführt.

Konkret stehen mehrere Personen im Verdacht, KI-Chips von Nvidia im Milliardenwert heimlich nach China importiert zu haben. Dafür sollen unter anderem Dokumente gefälscht und Lieferungen über angebliche Empfänger in Südostasien umgeleitet worden sein, um zu verbergen, dass die Ware tatsächlich für den chinesischen Markt bestimmt war.

Milliarden-Schmuggel mit Haartrocknern

Die mutmaßliche Schmuggelaktion war laut Ermittlern aufwendig organisiert. Um mögliche Kontrollen zu bestehen, wurden in Südostasien sogar funktionslose Server-Attrappen mit echten Barcodes gelagert. Die Barcodes wurden zuvor mithilfe von Haartrocknern umgeklebt und die echten Server gingen weiter nach China. Insgesamt sollen so in den Jahren 2024 und 2025 Server im Wert von rund 2,5 Milliarden US-Dollar nach China gelangt sein.

Mehrere Anklagen und Festnahmen

Wichtig ist dabei: Supermicro selbst ist nicht angeklagt. Im Fokus stehen drei Einzelpersonen aus dem Umfeld des Unternehmens, darunter Mitbegründer Yih-Shyan „Wally“ Liaw sowie Ruei-Tsang „Steven“ Chang, ein Manager der taiwanesischen Niederlassung. Ergänzt wird die Gruppe durch Ting-Wei „Willy“ Sun, einem externen Auftragnehmer, der von den US-Behörden als Vermittler bezeichnet wird. Ihnen wird vorgeworfen, gemeinsam an der Umgehung der Exportvorschriften gearbeitet zu haben.

Das Unternehmen reagierte schnell und zog Konsequenzen. Die betroffenen Mitarbeiter wurden freigestellt, die Zusammenarbeit mit dem externen Auftragnehmer beendet. Gleichzeitig betont Supermicro, dass die mutmaßlichen Handlungen klar gegen interne Richtlinien und Compliance-Vorgaben verstoßen.

Quelle: tageblatt / Handelsblatt / heise

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