Die nächste Mondmission der NASA steht in den Startlöchern. Nach einer gelungenen Generalprobe werden nun erstmals konkrete Starttermine für Artemis II gehandelt. Mehr dazu im Beitrag.

Damit rückt die erste bemannte Mondmission seit über 50 Jahren in greifbare Nähe. Doch bevor es wirklich losgeht, steht für NASA und die Crew noch ein ziemlich kniffliger Teil an: Der Start muss nicht nur technisch passen, sondern auch zeitlich perfekt sitzen.
Denn Artemis II folgt keinem einfachen “geradeaus zum Mond”-Prinzip. Stattdessen bringt die Mondrakete SLS (Space Launch System) das Orion-Raumschiff zunächst in eine hohe Erdumlaufbahn. Dort überprüft die Crew gemeinsam mit dem Bodenteam erst einmal sämtliche Systeme, bevor das entscheidende Manöver für die eigentliche Mondreise eingeleitet wird.
Orbitalmechanik als Taktgeber
Entscheidend ist dabei der Moment der sogenannten translunaren Injektion. Das Raumschiff muss exakt im richtigen Winkel zu Erde und Mond positioniert sein. Nur so gelingt die geplante freie Rückkehrbahn, bei der das Raumfahrzeug die Gravitation des Mondes für sich nutzt, um später ohne zusätzliches Großmanöver zur Erde zurückzukehren. Geplant ist eine rund zehn Tage lange Reise.
Konkrete Starttermine für Artemis II im März
Frühestmöglich könnte die vierköpfige Crew am 7. März 2026 vom Kennedy Space Center in Richtung Mond starten. Weitere Startgelegenheiten ergeben sich in einem Zeitraum bis einschließlich 11. März, sodass im März insgesamt fünf Startoptionen zur Verfügung stehen.
Sollte es in diesem Zeitfenster nicht klappen, ist der nächste Anlauf für den April geplant. Derzeit sind elf berechnete Startmöglichkeiten innerhalb eines Zeitraums von 61 Tagen vorgesehen.
Warum die Startfenster so eng gesteckt sind
Die jeweiligen Zeitfenster sind auf rund 120 Minuten begrenzt mit einer kleinen Abweichung am 11. März, an dem sich das Startfenster minimal verkürzt. Der Grund dafür liegt in den physikalischen Rahmenbedingungen der Mission. Schon geringfügige Abweichungen könnten dazu führen, dass das vorgesehene Flugprofil nicht exakt eingehalten wird. In diesem Fall würde ein kompletter Starttag entfallen.
Die Schattenseite des Mondes als Risikofaktor
Ein weiterer Faktor, der der Mission einen Strich durch die Rechnung machen könnte, ist die Passage hinter dem Mond. Während der Umrundung verschwindet das Raumschiff kurzzeitig auf der Rückseite des Erdtrabanten. In dieser Phase besteht kein Funkkontakt zur Erde – ein potenzielles Risiko.
Doch damit nicht genug: Die Passage darf außerdem nicht dazu führen, dass das Raumfahrzeug länger als rund 90 Minuten im Schatten des Mondes bleibt. Andernfalls könnten die Solarpanels nicht genügend Energie erzeugen, um Temperaturhaushalt und Bordsysteme stabil zu halten. Zusätzlich muss auch das Eintrittsprofil in die Erdatmosphäre präzise berechnet werden. Maximale Sicherheit hat oberste Priorität!
Wenn Wetter und Technik mitentscheiden
So spektakulär das Thema Raumfahrt auch anklingt – am Ende entscheiden oft triviale, irdische Faktoren. So können beispielsweise ungünstige Wetterbedingungen am Starttag ein Zeitfenster kurzfristig zunichtemachen.
Darüber hinaus entscheidet der technische Zustand von Rakete und Raumschiff über den finalen Go- oder No-Go-Beschluss. Sollten bei weiteren Tests Probleme auftreten, könnte sich der Zeitplan erneut verschieben. In einem solchen Szenario müsste die Rakete womöglich zurück in die Montagehalle gebracht werden.
Was passiert, wenn Artemis II im März nicht starten kann?
Sollten die aktuell vorgesehenen März-Termine nicht realisiert werden können, bedeutet das keineswegs das Aus für einen Start in diesem Jahr. Auch später im Jahr existieren bereits berechnete Startmöglichkeiten – konkrete Termine wurden dazu jedoch noch nicht kommuniziert.
Unterm Strich zeigt sich: Hinter jedem einzelnen Startdatum steckt ein fein austariertes Zusammenspiel aus Technik, Timing und Naturgesetzen. Alle Faktoren müssen ineinandergreifen, damit die Mission ein Erfolg wird. Der 7. März bleibt zwar das früheste realistische Datum, allerdings nur unter idealen Bedingungen.
Du willst wissen, wie die Artemis-II-Rakete überhaupt zur Startrampe gelangte und warum sie gerade einmal 6,4 Kilometer rund zwölf Stunden benötigte? Dann erfahre hier mehr!
Quelle: Golem

