Digitalisierung: Merkel warnt vor digitaler Ausbeutung

Die Digitalisierung scheint nun wohl auch in Deutschland vollständig anzukommen, ganz langsam, Schritt für Schritt. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich aber optimistisch und möchte sich der Herausforderung stellen, sieht im digitalen Wandel allerdings auch einige gerechtfertigte Problematiken. Ein großer Streitpunkt sind persönliche Daten im Internet, die spätestens seit der Facebook Misere sowieso in aller Munde sind.


Digitalisierung Merkel
Bild: pixabay

Der DGB-Bundeskongress stand dieses Jahr ganz im Zeichen der Digitalisierung. Auch Kanzlerin Merkel äußerte sich zur aktuellen Entwicklung und möglichen Zukunftsaussichten. Die Arbeitswelt in Deutschland habe sich bereits verändert, der größte Wandel stünde uns aber noch bevor. Was uns aber bereits alle betrifft ist das Thema der Datensicherheit im Netz. „Mehr Schutz für persönliche Daten“ lautete der Tenor am vergangenen Dienstag.

Digitale Ausbeutung

Der Schutz von Konsumenten und Arbeitnehmern spielt für Merkel eine bedeutende Rolle. Die aktuellen Problematiken sind allgegenwärtig und nun heißt es gemeinsame Antworten zu finden. Am dritten Tag des DGB wandte sie sich deshalb direkt an die Gewerkschaften. Kunden, die den Unternehmen ihre persönlichen Daten anvertrauen, haben einen ausreichenden Schutz verdient. Diese persönlichen Daten sind häufig eine Schlüsselrolle für wirtschaftlichen Erfolg und sollen auch als solche behandelt werden. „Und dafür muss ich [als Konsument/Kunde] auch etwas kriegen“, so Merkel. „Wenn da nichts geschieht, wird es eine ausbeuterische Struktur“ ergänzte sie weiter. Persönliche Daten werden nicht selten für Marktforschungen oder ähnliches zweckentfremdet, ohne das man als Privatperson etwas davon mitbekommt, geschweige denn eine angemessen Entschädigung erwarten kann. Diese Daten sind in den Händen großer Unternehmen bares Geld wert.

Wandel der Arbeitswelt

Ein weiteres Thema, welches uns vor allem in absehbarer Zukunft noch weiter beschäftigen wird, ist die Digitalisierung der Arbeitswelt und die damit verbundenen Folgen für Unternehmen und Arbeitnehmer. Die Anwendung künstlicher Intelligenzen schreitet immer weiter vor, die Entwicklungen laufen auf Hochtouren und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis diese Technologie in den verschiedensten Branchen vermehrt zum Einsatz kommen wird. Doch auch hier spielt die Datenverwaltung eine essentielle Rolle. „Künstliche Intelligenz ohne Daten ist so wie Kühe ohne Futter – sie kriegen keinen Zuchterfolg“, sagte Merkel. Deshalb solle man keine Angst davor haben, die KI’s auch mit ausreichend Daten zu füttern. Nur so lässt sich die Technologie optimal entwickeln. Die weitreichenden Folgen der Digitalisierung lassen sich momentan aber nur schwer abschätzen. Viele Arbeitsplätze werden durch den Einsatz künstlicher Intelligenzen sicherlich verloren gehen, andere hingegen werden neu hinzukommen. Die Politik, aber auch die Gewerkschaften sind gefordert, passende Antworten zu finden. Schlecht bezahlte Internet-Jobs sollen nämlich nicht die Zukunft darstellen. „Unsere große Stärke, die industrielle Wertschöpfung, auch in diese Zeit der Digitalisierung herüberzubringen“ sollte laut Merkel eine der wichtigsten Aufgaben sein.

Entwicklungs-Ansätze

Um diesen Wandel bereits an den Wurzeln zu packen, soll man vor allem Schülern und jungen Erwachsenen unter die Arme greifen. Der Einsatz technologischer Hilfsmittel soll an deutschen Schulen nicht weiterhin eine Rarität sein. Schüler und Schülerinnen sollen schon in jungen Jahren lernen, wie man mit aktueller Technik umzugehen hat. Nur so kann man im globalen Rennen der Digitalisierung noch Schritt halten.Wie aktuelle Daten belegen, ist man davon nämlich noch ein gutes Stück entfernt.

Digitalisierung an deutschen Schulen

Außerdem ging Merkel in ihrer Rede auf die klassischen Rollenbilder zwischen Mann und Frau ein. „Wir brauchen nicht nur Förderung von Frauen, sondern wir brauchen die gleiche Arbeitsteilung und einen ähnlichen Berufsaufbau zwischen Männern und Frauen. Mehr Software-Ingenieurinnen und mehr Erzieher, das ist glaube ich gut für unser Land insgesamt.“

 

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