Die Bundesregierung hat sich auf neue Regelung zur Filmförderung in Deutschland geeignet. Inklusive eines Investitionspakets, das auch Streaming-Anbieter und TV-Sender stärker in die Pflicht nehmen soll.


Bildquelle: KI-generiert über Sora

Ziel ist es, die deutsche Filmbranche zu stabilisieren und Deutschland als Produktionsstandort international wieder attraktiver zu machen. Denn das würde mehr Produktion ins Land holen und damit auch mehr Jobs und bessere Rahmenbedingungen für Filmschaffende bringen.

Streamingdienste und TV-Sender sollen sich beteiligen

Kern der neuen Regelung: Anbieter von Streaming-Abos wie Netflix, HBO etc. und TV-Sender in Deutschland sollen sich künftig verpflichtend an der Finanzierung deutscher und europäischer Produktionen beteiligen. Das soll auch für die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF gelten.

Geplant ist eine gesetzliche Basisquote von 8 % des jährlichen Nettoumsatzes.

Mehr Investitionen = mehr Spielraum

Wer noch stärker investieren will, soll belohnt werden: Unternehmen, die mindestens 12 % ihres jährlichen Nettoumsatzes einsetzen, könnten im Gegenzug von bestimmten gesetzlichen Vorgaben abweichen dürfen. Das soll als zusätzlicher Anreiz für große Player dienen.

Aufgrund europarechtlicher Vorgaben darf Deutschland allerdings keine Investitionen ausschließlich im Inland vorschreiben. Die Verpflichtung soll deshalb grundsätzlich für Europa gelten.

Bund will Filmförderung deutlich aufstocken

Zusätzlich plant die Bundesregierung die Filmförderung des Bundes spürbar zu erhöhen, und zwar um satte 120 Millionen Euro. Damit würde diese künftig bei 250 Millionen Euro pro Jahr liegen. Das soll den Standort Deutschland stärken, gerade in einer Zeit, in der internationale Produktionen zuletzt häufiger ins Ausland abgewandert sind.

Dass Deutschland als Produktionsstandort und renommierten Produktionsstätten wie den Bavaria Filmstudios oder den Filmstudios Babelsberg internationales Potenzial hat, zeigte die Vergangenheit immer wieder. Auch aktuelle Beispiele belegen das: So wurde bspw. der neue Kinofilm Return to Silent Hill u.a. auch in Bayern gedreht. Allerdings reichen die bisherigen Rahmenbedingungen offenbar nicht aus, um dauerhaft mit Ländern zu konkurrieren, die bessere Fördermodelle oder stabilere Produktionsbedingungen bieten. Die geplanten Maßnahmen wollen genau hier ansetzen.

Wie geht es jetzt weiter?

Bisher handelt es sich bei den Plänen lediglich um einen Kabinettsbeschluss. Damit aus der Idee ein Gesetz wird, muss der Bundestag zustimmen. Erst danach wird sich zeigen, ob und wann die geplanten neuen Regeln tatsächlich greifen und wie stark Streamingdienste und TV-Sender am Ende wirklich zahlen müssen.

Quelle: Bundesregierung / Golem / heise

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