Detroit: Become Human – Aufstand der Androiden

Die Vorstellung von menschenähnlichen Robotern ist sicher nichts neues. Science-Fiction Bücher beschäftigten sich schon vor Jahrzehnten mit dem Thema. Doch heute sind wir, mit Blick auf den derzeitigen Entwicklungsstand, so nah an diesem Szenario wie nie zuvor. Künstliche Intelligenzen werden weltweit entwickelt. Ein Wettrennen der Nationen, denn jeder möchte der technologische Vorreiter sein. Aber was passiert, wenn aus der Vorstellung irgendwann tatsächlich Realität wird, wenn menschenähnliche Roboter wirklich diverse Alltagsaufgaben übernehmen? Eine Situation, mit der sich die Politik früher oder später auseinander setzen muss. Die kreativen Köpfe hingegen widmen sich dem Thema bereits jetzt, sei es in Form einer Serie (Westworld) oder eben als Videospiel, wie es Detroit: Become Human nun macht. Was ihr von dem Spiel erwarten könnt und ob es sich lohnt, mal einen Blick hinein zu werfen, erfahrt ihr hier.


Detroit: Become Human

Bei Detroit: Become Human handelt es sich um ein Action-Adventure, welches vom französischen Entwicklerstudio Quantic Dream, die auch für das Spiel Heavy Rain verantwortlich waren, exklusiv für die PlayStation 4 entwickelt wurde. Das offizielle Erscheinungsdatum ist der 25. Mai 2018.

Willkommen in Detroit

Detroit galt im frühen 20. Jahrhundert als Automobil-Hochburg. Innerhalb weniger Jahre verfünffachte sich die Bevölkerung, woraufhin sich Detroit zur absoluten Industriestadt entwickelte. Viele Jahre voller Wohlstand und Glanz, gefolgt vom drastischen Abstieg. Kriminalität und „Rassenunruhen“ drängten sich immer weiter in den Fokus. Von der technologischen Hochphase ist nur noch kaum etwas zu sehen.

In Detroit: Become Human erwartet uns eine ähnliche Ausgangslage. Nur das wir die 90er schon längst hinter uns gelassen haben und uns im Jahre 2038 befinden. Nicht Autos bilden den Mittelpunkt der technologischen Entwicklung, sondern vollständig ausgebildete Androiden. Die Roboter-Industrie in Detroit erlebt einen regelrechten Boom. Das Unternehmen CyberLife bringt den verloren geglaubten Glanz zurück in die Metropole Michigans. Sie vertreiben Roboter, die dafür geschaffen wurden, den Menschen durch das Ausführen gewisser Alltagsaufgaben zu unterstützen. Bauarbeiter, Putz- und Pflegekräfte, schleichend gehen tausende Arbeitsplätze verloren, ohne dass die Politik passende Antworten parat hat. Viele Menschen fühlen sich hintergangen, die Unzufriedenheit in den Köpfen wächst und das Szenario scheint sich zu wiederholen.

Die moderne Version von Rassenunruhen

Die Androiden werden mit der Zeit immer stärker unterdrückt. Man begegnet Szenen, die einem aus dem Geschichtsunterricht bekannt vorkommen dürften. So müssen die Roboter im Bus beispielsweise ganz hinten sitzen, auf engsten Raum zusammengepfercht. Erniedrigungen, Gewalt und sexuelle Übergriffe – die Androiden müssen eigentlich alles über sich ergehen lassen. Schließlich wurden sie darauf programmiert den Menschen zu dienen und nicht um sich ihnen zu widersetzen. Zumindest bis die ersten Roboter beginnen ein eigenes Bewusstsein zu entwickeln. Innerhalb kürzester Zeit verbreitet sich diese „Fähigkeit“ in der ganzen Stadt. Es kommt zu Ausschreitungen, Roboter beginnen Rechte für sich einzufordern, beginnen menschlich zu werden…

Der Spieler gerät zwischen die Fronten

Als Spieler steuert man in abwechselnder Form insgesamt drei verschiedene Androiden. So lernt man die Geschichte aus jedem Blickwinkel näher kennen. Connor ist bei der Polizei tätig und hilft seinen Kollegen im Kampf gegen das Verbrechen. Sein Partner, ein Roboter-Hassender-Alkoholiker, ist allerdings alles andere als ein einfacher Umgang. Dann wäre da noch Kara, eine Art Haushälterin. Sie kümmert sich um einen alleinerziehenden drogensüchtigen Vater und die Erziehung seiner kleinen Tochter. Ihr Verlangen, die kleine Tochter vor ihrem Vater zu schützen, lässt sie Emotionen entwickeln, die für einen Androiden so nicht vorgesehen waren. Zu guter Letzt steuert man noch Markus, der in einem Maler-Haushalt hilft und dort eigentlich ein zufriedenes Leben führt. Sehr zum Unwohl des leiblichen Maler-Sohns, denn der entwickelt eine ordentliche Portion Eifersucht auf den Roboter. So erfährt jeder Android auf seine eigene Art und Weise, wie es ist in einer menschlichen Welt aufzuwachsen.

Fazit

Eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten in einer exzellenten Geschichte

Das Spiel überzeugt vor allem durch seine hervorragende Optik und der packenden Geschichte. Man fiebert bis zum Schluss mit dem Schicksal der Androiden mit. Eine wirklich anspruchsvolle Spielmechanik ergibt sich jedoch nicht. Allzu oft kann man nämlich nicht eingreifen, dafür aber haben die wenigen Entscheidungen meist einen großen Einfluss auf den Ausgang der Geschichte. Es gibt unterschiedliche Enden, doch man hat die Chance jedes Kapitel noch einmal neu zu spielen, sollte man mit dem Ausgang nicht zufrieden sein. Detroit: Become Human wirkt an vielen Stellen eher wie ein interaktiver Film. An sich kein Kritikpunkt, man muss dem Genre aber grundsätzlich etwas abgewinnen können. Ansonsten könnte bei dem ein oder anderen auch schnell mal Langeweile aufkommen.

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