Streaming-Riese Netflix liegt offenbar im Clinch mit der deutschen Synchronbranche. Grund für den Zwist? Die künstliche Intelligenz! Was das für deutsche Zuschauer bedeuten könnte, erfährst du hier!

Worum geht es im Streit mit Netflix?
Was klingt wie eine „Black Mirror“-Folge, ist derzeit tatsächlich Branchenthema. Die deutsche Schauspielgewerkschaft BFFS streitet derzeit mit Netflix über die Verwertungsrechte an der eigenen Stimme. Konkret geht es um die Frage, ob und wie die Stimmen von Synchronsprecherinnen und -sprechern zum Training von KI-Systemen verwendet werden dürfen.
Netflix soll dafür die Zustimmung per Klausel einfordern. Brisant dabei ist vor allem, dass dafür offenbar keine direkte zusätzliche Vergütung vorgesehen ist. Stattdessen beruft man sich auf eine Vereinbarung aus dem Jahr 2025. Demnach soll erst dann bezahlt werden, wenn eine mit den Stimmen trainierte KI später tatsächlich zum Einsatz kommt.
Genau das ist vielen Sprecherinnen und Sprechern jedoch zu unsicher. Denn die Stimme würde bereits für das Training genutzt, während eine Vergütung möglicherweise erst viel später, oder im Zweifel auch gar nicht, erfolgen würde.
Das Thema ist dabei nicht neu: Schon 2024 sorgte in den USA eine mögliche KI-Verwertung von Synchronsprecherstimmen für hitzige Diskussionen. Mehr dazu findest du hier in unserem Artikel.
So reagiert die Branche auf die KI-Pläne
Auch aus der Branche kommt deutlicher Gegenwind. Der Verband Deutscher Sprecher (VDS) fordert, dass Synchronsprecherinnen und -Sprecher selbst entscheiden können müssen, ob sie einer späteren KI-Verwertung ihrer Stimme zustimmen. Eine pauschale Regelung sei aus Sicht des Verbands nicht angemessen.
Zudem verlangt der VDS eine sofortige Vergütung, wenn Sprecherinnen oder Sprecher dem KI-Training im Einzelfall zustimmen. Wer ablehnt, dürfe daraus keine Nachteile erfahren.
Das sagt Netflix dazu
Netflix selbst zeigt sich offenbar jedoch in der Sache wenig kompromissbereit. Berichten zufolge droht der Streamingdienst sogar damit, im Zweifel vorübergehend auf deutsche Synchronfassungen zu verzichten. Gleichzeitig spricht Netflix von einem Missverständnis.
Auf der anderen Seite bleiben auch die Sprecherinnen und Sprecher hart. Sie fordern klare Regeln und eine faire Vergütung, falls ihre Stimmen für KI-Training verwendet werden sollen. Der Konflikt wirkt damit einigermaßen festgefahren.
Was bedeutet das für deutsche User?
Sollte sich der Streit nicht zeitnah lösen lassen, könnte das Folgen für deutsche Zuschauerinnen und Zuschauer haben. Neue Inhalte wären möglicherweise vorerst nur ohne deutsche Synchro verfügbar. Wer trotzdem sofort schauen wollte, müsste dann mit Originalton mit Untertitel (OmU) vorlieb nehmen.
Das wäre eine große Umstellung für deutsche Netflix-Nutzer. Denn im Gegensatz zu kleineren Sprachmärkten wie bspw. Schweden oder Norwegen ist eine deutsche Synchronfassung bisher bei fast allen Releases Standard. Ob es tatsächlich soweit kommt, bleibt abzuwarten. Wir behalten die Entwicklung im Blick und berichten weiter.
Wenn du derweil nach neuen Serien und Filmen suchst: Hier findest du die Streaming-Highlights im Februar!
Quelle: Caschys Blog

