International wird zunehmend über Social Media-Verbote für Minderjährige diskutiert. Nach Australien und Großbritannien hat nun mit Frankreich erstmals ein EU-Mitglied über ein entsprechendes Verbot abgestimmt.

Die Abgeordneten in Paris haben am Abend des 26.01.2026 ein entsprechendes Gesetz beschlossen, das aber noch vom Senat bestätigt werden muss. Die Initiative sieht ein Social Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren vor und soll Teenagern den Zugang zu sozialen Netzwerken wie TikTok, Instagram und Co. ab dem kommenden Schuljahr im September 2026 untersagen, so jedenfalls der Wunsch von Präsident Emmanuel Macron.
Noch ist nicht abschließend geklärt, welche sozialen Netzwerke alle vom Verbot erfasst werden. Der Gesetzestext nimmt explizit allerdings nur Bildungs- und Wissenschaftsangebote, Online-Nachschlagewerke sowie private Messenger-Dienste aus.
Warum Frankreich ein Social Media-Verbot einführt
Befürworter eines Social Media-Verbots argumentieren, dass soziale Netzwerke ein hohes Suchtpotenzial haben und Kinder psychisch belasten können. Ein Verbot könnte Risiken wie Cybermobbing, übermäßige Nutzung und Manipulation durch Algorithmen verringern. Zudem plant Frankreich zusätzliche Regeln zur Nutzung von Mobiltelefonen in Schulen. In Deutschland haben einige Bundesländer bereits Handyverbote an Schulen beschlossen, u.a. Hessen.
Auf EU-Ebene werden hingegen bislang vor allem Prüfungen, Beratungen oder Vorschläge zu Altersgrenzen diskutiert. Zwar sprach sich das Europäische Parlament im vergangenen Jahr klar für ein EU-weites Mindestalter für die Nutzung sozialer Medien aus, rechtlich verbindlich ist der entsprechende Bericht jedoch nicht. Ein landesweites Verbot wie das nun in Frankreich geplante hat bisher kein anderes EU-Land umgesetzt. Der Schritt könnte jedoch Signalwirkung für weitere Mitgliedsstaaten haben.
Chancen und Herausforderungen des Verbots
Ein Social Media-Verbot könnte den Schutz junger Menschen spürbar verbessern, insbesondere mit Blick auf psychische Belastungen, problematische Inhalte und übermäßige Nutzung. Viele Eltern dürften sich davon zudem Entlastung im Familienalltag erhoffen: Eine klare gesetzliche Regelung würde wiederkehrende Konflikte über Bildschirmzeiten und Plattformnutzung zumindest teilweise entschärfen.
Gleichzeitig steht aber die praktische Umsetzung des Verbots in Frankreich im Zentrum der Kritik. Unklar ist, wie das Alter von Nutzerinnen und Nutzern zuverlässig überprüft werden soll, ohne neue datenschutzrechtliche Risiken zu schaffen. Gegner warnen hier vor potenziell weitreichenden Eingriffen in Grundrechte.
Social Media-Verbot: Ein Modell für Deutschland?
Ob Frankreichs Vorgehen innerhalb der EU tatsächlich Schule machen wird oder an rechtlichen und praktischen Hürden scheitert, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen. Sicher ist jedoch: Die Entscheidung hat auch hierzulande die Diskussion über digitalen Jugendschutz neu entfacht. Wie kann man junge Menschen auf Social Media-Plattformen besser schützen? Braucht es dafür klare gesetzliche Grenzen wie ein Social Media-Verbot für Jugendliche oder sind Aufklärung, Medienkompetenz und strengere Regeln für Plattformen der bessere Weg? Verrate uns gerne in den Kommentaren, wie du darüber denkst!
Quellen: heise.de / Golem / hessenschau

