Zensierte Suchmaschine: Google möchte nach China zurückkehren

Medienberichten zufolge arbeitet Google an einer neuen Such-App für den chinesischen Raum. Dabei sollen bestimmte Themengebiete von Grund auf blockiert werden.


Sensible Themen werden in China nicht gerne gesehen. Dazu gehören unter anderem Dinge wie Menschenrechte, Demokratie oder Demonstrationen. Aus diesem Grund werden einige Internetseiten von der chinesischen Regierung geblockt, unter anderem Wikipedia oder auch Google. Um wieder auf dem chinesischen Markt Fuß fassen zu können, plant der Konzern deshalb eine zensierte Version ihrer Suchmaschine.

Googles mögliche Rückkehr

Zwischen 2006 und 2010 war Google bereits mit einer zensierten Version ihrer Suchmaschine in China vertreten. Damals zog man sich jedoch nach Kritik aus den USA aus China zurück. „Wir haben entschieden, dass wir nicht länger bereit sind, unsere Suchergebnisse auf Google.cn zu zensieren“, hieß es damals. Mit über 700 Millionen Internetnutzern hat der Konzern dadurch einen gewaltigen Markt verloren. Einen Markt, den man nun anscheinend doch wieder erschließen möchte.

Laut The Intercept gab es ein Treffen zwischen Google-CEO Sundar Pichai und chinesischen Regierungsvertretern. Gemeinsam entwarfen sie das Projekt „Dragonfly“, eine spezielle Android-App, die sensible Themen automatisch filtert. Die App soll erkennen, welche Internetseiten von der chinesischen Firewall blockiert werden und diese anschließend nicht in den Suchergebnissen berücksichtigen. Dazu zählt auch die Bildersuche und die Rechtschreibkorrektur.

Bislang seien nur wenige hundert Mitarbeiter in das Vorhaben eingeweiht worden. Ob und wann Google seine Suchmaschine wieder in China anbietet, wurde noch nicht offiziell kommentiert.  Der Konzern soll seinen Mitarbeitern aber gesagt haben, allzeit bereit zu sein, falls „sich die Welt plötzlich ändert oder [Präsident Donald Trump] entscheidet, dass sein neuer bester Freund Xi Jinping wird“.

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